ECM Synchronika Test

ECM Synchronika Test

Die ECM Synchronika ist eine Dualboiler-Espressomaschine aus dem Hause der deutschen Firma ECM. Wir haben die Espressomaschine mit Rotationspumpe getestet. Auf dieser Seite sammeln wir Informationen zur Espressomaschine, Temperaturkurven sowie unsere Video-Berichte. Die Seite wird laufend ergänzt.

Wenn ihr selbst Erfahrungen mit der ECM Synchronika gesammelt habt, so freuen wir uns über eure Kommentare. Das ergänzt unseren Test und hilft anderen Interessierten sich ein umfassenderes Bild über die Maschine auch im Alltagseinsatz zu machen. Danke!

Allgemeine Infos und Fakten

Die ECM Synchronika ist eine Espressomaschine mit enormen Umfang, Gewicht, Materialqualität und Werthaltigkeit. Diese Maschine wurde gebaut, um die Zeit zu überdauern. Das strahlen alle Komponenten aus.

Wir messen eine Breite von 33,5 cm, eine Höhe von 41 cm ohne Tassen und mit unseren eigenen Tassen eine Höhe von 45 cm. Das kann für euch interessant sein, wenn die Maschine unter einem tiefen Hängeschrank in der Küche stehen soll. Die ECM Synchronika ist mit 48,5 cm schon in der Basis tief. Mit eingespanntem Siebträger bringt es die Synchronika auf eine Tiefe von 59 cm. Das vereint die Maschine zu einem beachtlichen Gewicht von 30 Kilogramm. 

groesse ecm synchronika


Die ECM Sychronika hat ein Hochglanz poliertes Edelstahlgehäuse. Das sieht schön aus, spiegelt wunderbar und sammelt leider zahlreiche Fingerabdrücke. Das Poliertuch wird einen festen Platz in der Nähe der Espressomaschinen benötigen.

Die Synchronika ist mit einem 2 Liter Dampfboiler und einem 0,75 Liter Brühkessel ausgestattet. Die Rotationspumpe ist sehr leise und schnurrt wie ein Kätzchen während der Extraktion. Wir messen den beachtlich geringen Wert von nur 59,2 Dezibel. Hier lesen wir aus der Community, dass bei einigen die Maschine deutlich mehr klappert. Ein solches Klappern und rutschen haben wir bei der Tropfschale ausgemacht, was sich aber mit Magneten oder Gummihaltern überbrücken lässt.

Die Rotationspumpe wiederum erlaubt uns die Maschine ans Festwasser anzuschließen. Auch ein Abwasserschlauch kann an die Tropfschale montiert werden. Diese befüllen wir mit maximal 850 ml, wenn sie nicht am Abwasser angeschlossen ist und wenn wir sie noch zum Waschbecken tragen wollen.

Der Wassertank fasst 2,5 Liter, lässt sich über eine Klappe von oben entnehmen und ist hochwertig verarbeitet. Das Wasser wird über ein Ventil im Boden bezogen.

griffe ecm synchronika


Lieferumfang

Die ECM Synchronika ist eine der Espressomaschinen, die ein gutes Zubehörset liefert, welches wirklich auch Sinn macht. Teilweise überschlagen sich da Hersteller mit Zubehör-Items, die dann aber selbst minderwertige Qualität haben. Die ECM Synchronika wird mit zwei wunderschönen, schweren Siebträgern geliefert, die perfekt ausbalanciert sind und eine Optik haben, die sehr gut zur Synchronika passen.

Wie die Kipphebel haben sie eine trapezförmige Spitze, aus poliertem Edelstahl, die eine schwarze Hartplastikfassung abschließt. Ein perfekt passender schwerer Tamper mit einer fingerbreiten Base ist ein edles Werkzeug, was der ECM alle Ehre macht.

Mitgeliefert wird außerdem ein Tassenbock, der die Espresso-Tassen erhöht und so sicher stellt, dass die Bezüge immer die Tassen treffen. Der Bock ist dennoch so gefertigt, dass eine Waage sowohl darauf als auch daneben platz findet.

Wer die ECM Synchronika ans Festwasser anschließen möchte, findet den Anschlussschlauch bereits im Liefersortiment.

seitenansicht synchronika

Temperaturkurven

Wenn die ECM Synchronika ihr thermisches Gleichgewicht erreicht hat, ist sie eine relativ temperaturkonstante Espressomaschine. Es dauert aber... Wir haben 35 Minuten gewartet, bis die Synchronika mit allen wichtigen Komponenten auf 93 Grad Brühtemperatur stand. Zwar ist der Boiler bereits deutlich früher auf Temperatur. Die E61 Brühgruppe und der Siebträger sind jedoch derart gewichtig, dass es die genannte Zeit braucht, um wirklich auf Temperatur zu kommen.

Die folgende Grafik zeigt in orange eine Aufwärmphase der ECM Synchronika. Nach 25 Minuten haben wir die ersten Bezüge gemacht, jeweils einen pro Minute. Beim 4. Bezug waren wir dann auch mit dem Siebträger auf der Zieltemperatur von in diesem Fall 92 Grad. Auch die übernächste Grafik illustriert das gut.

Nach 35 Minuten waren wir mit der grauen Kurve nahezu bei der Zieltemperatur, die in diesem Fall 93 Grad betrug (in gelb eingezeichnet als Balken mit +/- 1 Grad auf 93. Grad). Auch hier ist ein Spülshot notwendig, welche den Siebträger gut durchheizt, der auch nach 35 Minuten von alleine nicht ausreichend auf Temperatur ist (siehe auch Grafik 3.)

ECM Synchronika Temperaturen


92 grad 25 min


93 Grad


Das in der ersten Grafik eingezeichnete WBC Protokoll beginnt nach einer Stunde und simuliert dann verschiedene Untätigkeitsintervalle. Die Temperaturkurven machen deutlich, dass die ECM Synchronika im Bezug sehr schnell auf Temperatur kommt und nach 7 bis 8 Sekunden die Zieltemperatur erreicht. Anschließend läuft sie sehr konstant durch. Die Konstanz im Bezug ist außergewöhnlich gut.

Allerdings wandert die Maschine bei einer Taktung von 1 Minute leicht in der Temperatur nach oben und wird immer wärmer. Das ist ein typisches Problem von Faema E61 Espressomaschinen und auch bei der Synchronika der Fall. Wirklich verlässlich ist die Zieltemperatur deshalb nicht. Home Barista müsse ihre Maschine sehr gut kennen zu lernen, um abzuschätzen, bei welchen Temperatur sie gerade brühen.

wbc vergleich


Espressoqualität mit der ECM Synchronika

Die ECM Synchronika bringt alles mit, was eine gute Espressomaschine braucht. Sie hat eine hohe Temperaturkonstanz im Bezug, ist gut verarbeitet und setzt auf eine erstklassige Rotationspumpe. Dennoch bleibt eine gewisse Unsicherheit, nach welcher Zeit die Maschine wirklich auf welcher Temperatur ist. Dieses Problem hat die ECM Synchronika mit allen Faema E61 Espressomaschinen gemein und auch die Synchronika bietet dafür keine Lösung.

Wir haben sehr gute Espressi getrunken, sowohl solche von kräftigerer Struktur als auch komplexe Spezialitätenkaffees. Die Synchronika liefert bei ausreichender Aufheizzeit was es braucht. Bei kürzeren Aufheizzeiten oder auch unter Frequenz sind jedoch auch Ausreißer Espressi dabei.

Energieverbrauch

Die lange Aufheizzeit wird benötigt, um die großen Kessel auf Temperatur zu bringen. Das hat hat natürlich auch Konsequenzen für den Energieverbrauch.

Wir messen 0,43 Kilowattstunden nach einer 25 minütigen Aufheizzeit sowie dem Bezug von 5 Doppelbezügen. Das entspricht unserem standardisierten Protokoll, welches wir bei allem Maschinen anwenden. Hier ist zu beachten, dass wir weitere 10 Minuten hätten warten müssen, um die Maschine auf voller Temperatur zu messen. Diese Messung werden wir nachliefern. Voraussichtlich ist das Ergebnis dann noch etwas höher. Doch bereits so ist das ein für Dualboiler-Espressomaschinen hoher Wert. Einige Thermoblocks kommen mit weniger als einem Viertel für die gleiche Espressobezugsmenge aus.

ECM Synchronika Leistungsmessung in Watt mit Dampf

Schäumen und Milch

Das Schäumen mit der ECM Synchronika geht einfach von der Hand. Die Maschine bringt mit ihrem 2 Liter Dampfboiler eine gute Kraft auf, um die Milch komplett in Schwung zu bringen. Gleichzeitig wird die Milch nicht zu schnell hochgeheizt, was eine angenehme Rollphase erlaubt. Damit bietet sich die ECM Synchronika als gute Hybrid-Maschine für Haushalte an, die sowohl Wert auf guten Espresso als auch Milchmischgetränke wie Cappuccino oder Flat White legen.

ecm synchronika

Fazit zur ECM Synchronika

Die ECM Synchronika ist sicherlich eine wunderbare Maschine. Sie macht gute Espressi und schäumt feinporigen Schaum für Cappuccino und co. Doch mich lässt der Test auch ratlos zurück. Bei aller Wertschätzung für den Hersteller und das lokale Fachhändlernetz - für mich wirkt die Maschine wie aus der Zeit gefallen. Die Faema E61 Brührgruppe feierte kürzlich den 60 Geburtstag. Der Garant für Beständigkeit ist auch Sinnbild für Trägheit und selten in Kombination mit wirklicher Innovation anzutreffen. Ausdruck dessen sind die lange Aufheizzeit und der hohe Stromverbrauch. Wer eine volumetrische Bezugssteuerung oder programmierbare Vorbrühung sucht, der sucht bei der ECM Synchronika vergebens.

Wer aufgrund des hohen Energieverbrauches auf eine schlechte Öko-Bilanz der Maschine folgert, bezieht in seine Berechnungen nicht die Robustheit und Langlebigkeit der Maschine ein. Das oben angesprochene Fachhändlernetz hat die Synchronika und ähnliche Maschinen die letzten 50 Jahre repariert und wird das auch noch die nächsten 50 Jahre tun. Deshalb ist eine Investition in die ECM Synchronika auch als Langzeitinvestition zu sehen. Wer seine Synchronika pflegt, wird vermutlich in seinem Leben keine zweite Maschine kaufen.

Für wen ist die ECM Synchronika also die richtige Maschine? Vielleicht für dich, wenn du dir Beständigkeit und Langlebigkeit wünscht. Wenn du dich nicht selbst mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten überfordern möchtest, sondern dir eine hochwertige, sehr gute Espressomaschine eines deutschen Herstellers wünscht, die dich sehr sehr lange begleiten wird.

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17 Kommentare

  • Nach 3 Jahren Erfahrung auf Basis einer ACM Homey bin ich immSommer auf die ECM Syncronica umgestiegen. Die Konstanz beim Espresso ist deutlich besser als bei der ACM. Allerdings nur dann, wenn die Maschine gut durchgewärmt ist (35-40 Minuten…). Verarbeitung: bei dem Preis hätte ich Perfektion erwartet, aber da ist Luft noch oben (teils scharfe Kanten, Tropfschale klappert). Gut: Dampfboiler ist separat schaltbar (ich schäume Milch nur am Wochenende, an Werktagen trinke ich ausschließlich Espresso). Schlecht: der Schalter für den Dampfboiler sitzt hinter der Tropfschale, d.h. zum Betätigen muss die Schale entfernt werden - warum sitzt der Schalter nicht auf Höhe des Ein-/Ausschalters?
  • Hey Klaus, das musst die ECM fragen, können wir dir leider nicht mitteilen. Danke, das du, deine Erfahrungswerte, mit der Community, teilst. Grüsse Pascal

  • Ich finde die Maschine ist sehr Nachbarfreundlich, dazu noch eine Mühle von Eureka und die anderen wachen in der Früh nicht auf. Klapperde Geräusche hab ich nicht. Die Maschine steht im Wasser auf einem nicht mal so festen Untergrund.
    Zum Thema aufheizen, ja es gibt Thermobeuler, aber sogar nach 10 Minuten kann ich normalen Kaffee beziehen, wenn's pressiert. Ich hab den Siebträger allerdings ohne Dampf in Betrieb. Aber es ist wie beim Fernsehen, großer TV mit Klasse Bild kostet Strom. Man kann Ja mal vergleichen und das ganze auf Energiesparen einstellen.
    Viele Grüße Rainer
  • Hey Rainer, danke dass du hier deine Erfahrungen mit uns teilst! Gruss Thomas

  • Hi zusammen,

    Was ist aus eurer Sicht die optimale Füllmenge für die ECM Siebe?
    Manche sagen 17 andee über 18 Gram.
  • Hey Thomad, Wir haben mit unserem Apas 18g verwendet. Die Menge kommt auch darauf an, welchen Kaffee du verwendest, da die einen mehr Feuchtigkeit haben. Grüsse Pascal

  • Habt ihr den tatsächlichen Stromverbauch und auch den ohne Dampfboiler wie im Video besprochen bereits getestet?
  • Hey Gabriel, aktuell haben wir nur den Stromverbrauch, der auf dem Blogbeitrag ersichtlich ist getestet. Sobald wir mehr haben, würden wir es veröffentlichen. Gruss Pascal

  • Hallo zusammen habt ihr eigentlich mal Proben eurer Maschinen das Wassers aus der Maschine ins Labor geschickt und auf Schwermetalle wie Blei oder Kupfer untersuchen lassen? Mir ist aufgefallen das das Wasser vom Bezug ohne Kaffeemehl drin oftmals furchtbar schmeckt! Wäre interessant was dabei rauskommt.
  • Hey Klaus, haben wir so noch nicht gemacht. Würde uns jedoch auch einmal interessieren. Danke dir für den Input. Gruss Pascal

  • Ich hab es bisher bei zwei Maschinen gemacht. Die Ergebnisse waren im Bezug auf Blei und Nickelbelastung nicht so toll.
  • Vielen Dank für den ausführlichen Test wie immer :). Eine kurze Nachfrage vielleicht: wie lange sollte den Eurer Meinung nach der erste “Spülshot" (nach 35min) sein und wäre ein solcher Spülshot auch nach 45min Aufheizzeit nötig?
  • Hey Bernd, ein Spülshot sollte zwischen 15 und 20 sec dauern. Nach 45 min brauchst du keinen mehr machen, ich würde auf jeden Fall kurz spülen vor dem ersten Bezug. Gruss Thomas
  • Das mit dem klappern stimmt schon, ist aber bei der Tropfschale und der Tassenablage mit ein paar Abdämmungen
    schnell gelöst.

    Obwohl das bei der Preisklasse schon schade ist.

    Die erste Synchronie habe ich nach 3 Wochen getauscht, da der Rahmen verzogen war
    und dadurch die Maschine nicht gerade auf dem Rahmen gesessen hat.
    Und sie hat auch starke Geräusche von sich gegeben, sowie lief das Wasser an der Tassenablage vorbei
    unter die Maschine.

    Die Austausch Maschine war aber dann in Ordnung, und läuft seit 3 Jahren problemlos.
    auf den Rahmen gesessen hat
  • Der Geräuschpegel eurer Maschine hat mit dem Geschpepper der meisten anderen Maschinen nicht viel gemein.
  • Der Espresso ist sicher gut, aber ganz ganz viele der Synchronika klappern und rappeln ganz fürchterlich und bringen die Nutzer damit zur Weißglut. Schaut mal in den einschlägigen Foren. Ihr habt sicher eine Maschine, die von ECM vorher kontrolliert wurde.
  • Hey Burkhard, danke das du deine Erfahrungen mit uns teilst. Gruss Pascal

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